In eigener Sache #2

28. Januar 2020

Nach nun mehr vier Monaten, die dieser Blog existiert, wird es Zeit für ein kurzes Resümee. Als ich den Blog begann und mich in die Düsseldorfer Kunstszene stürzte, verschlang sie mich mit Haut und Haaren. Euphorisiert und ein wenig high wie ein Kokser nach Nase lief ich von Vernissage zu Vernissage und sog diese besondere Atmosphäre in mich auf… genauer gesagt, sog sie mich auf. Zweifelsohne habe ich mehr Kunst konsumiert, als es zeitlich geschafft über sie zu schreiben, was letztlich daran liegt, dass ich nicht davon meinen Lebensunterhalt bestreite. So gab es im Dezember eine scheinbar plötzliche „Schaffenspause“ meinerseits: Eine veranstaltungsfreie, beitragslose Zeit, in der ich auch noch eine Social media Diät gemacht habe, was mindestens genauso wohltuend für die psychische Gesundheit ist wie Fasten. Kennt jeder, macht keiner.

Es war ein freiwilliger Break, ich entriss mich den Versuchungen ewig lockender Events, wie ein Seemann sich angesichts der Sirenen die Ohren zuhält. 

Warum? Nun, um wieder der Dinge des täglichen Lebens Herr zu werden. Kurzum alles, was in drei Monaten vernachlässigt wurde, da ich an vier Abenden in der Woche plus WE meinem neuen Hobby nachging und mein Alltag zunehmend einem Schattendasein glich: chronisch übermüdet, hektisch, vergesslich. Und wie die Koksnase fand ich’s geil, bereue nichts und vermisse den Kick. Auf den ersten Blick sieht mein Blog aus wie ein Weihnachtsbaum, den ich in eben dieser Zeit dekoriert habe. Hinzu kamen die Feiertage, welche die Welt in Zwangspause durch Dauer- Familienprogramm und somit in die einzige, stressige Ausnahmesituation versetzen, die freudig erwartet wird. 

 

Ich hatte also Zeit für Sport, Freunde, die mit Kunst nichts zu tun haben und Schlaf. Und genügend Zeit, um wieder nüchtern zu werden. Über die zukünftigen Inhalte dieses Blogs wurde ich mir allerdings bereits im Laufe vergangener, ereignisreichen Monate klar. 

 

So zahlreich wie die Veranstaltungen, so auch der Stoff, dem man sich widmen könnte und dieses Chaos spiegelt sich hier nun wider. Komfortabel, dass für die Kunst das gleiche gilt, wie beim Blog: Vieles ist erlaubt und Chaos das Salz der Suppe ;) Wer das sagt? Ich. Nun wird es Zeit sich wegweisend äußern. Beiträge zu Events, neben Artikeln zu einzelnen Themen, zuletzt dann die Interviews… Könnte ich durch Entfernung dieser oder jener Posts Ordnung schaffen und so tun als hätte ich von Anfang an eine professionelle, klare Linie gehabt? Bestimmt. Reißt man Seiten aus seinem Tagebuch raus, weil es mit der Schönschrift nicht geklappt hat? Diese Leute gibt es, ich gehöre nicht dazu. 

 

Auf den zahlreichen Veranstaltungen waren die Gespräche mit den Künstlern respektive Menschen die mit Kunst arbeiten, das Interessanteste, Spannendste, das mit Abstand Bereicherndste. So kam es zu den bisherigen Interviews und diese sind der Dreh und Angelpunkt, um den es auf hier künftig gehen wird. In meinen Social Media Kanälen gibt’s dann die Hinweise zu sehenswerten Veranstaltungen. Viele Interviews liegen noch als Rohdiamanten auf meinem Schreibtisch und so bitte ich diesbezüglich um Geduld, Gutes braucht eben seine Zeit.

 

In diesem Sinne wünsche ich viel Spaß beim Lesen, gelobe regelmäßige Beiträge und freue mich auf viele interessante Gespräche und Interviews in 2020. Wünscht man jetzt noch ein frohes Neues? Auch das sei mir erlaubt. 

XXX, Joanna